In Libyen finden derzeit erbitterte Kämpfe um die Hauptstadt Tripolis statt. In den Vororten kommt es aktuell zu Panzerschlachten zwischen regierungstreuen Truppen und der sogenannten Haftar-Armee, wo die verfeindeten Parteien um jede Stellung kämpfen.

Gestern haben die regierungstreuen Kräfte des Nationalen Abkommens (PNS) im südlichen Vorort Tripolis, Qal’at al-Furjan, eine mächtige Gegenoffensive gestartet. Der Angriff wurde von den Panzern T-55 und T-62 unterstützt. Die libysche Nationalarmee (LNA) setzte ebenfalls Artillerie- und Panzerfahrzeuge ein, so dass die Offensive der Haftar-Armee auf Tripolis gestoppt wurde. Aus dieser Verzögerung heraus ist es den Truppen um Khalifa Haftar gelungen, die Offensive der PNS abzuwehren und dabei heftige Verluste herbeizuführen. Vor allem Haftars Panzerjäger konnten dabei mit Panzerabwehrlenkwaffen (sogenannte ATGMs) zwei Panzer vom Typen T-62 der Regierungstruppen zerstören. Bis zu 20 Soldaten sind dabei gefallen.

Während des Rückzugs waren die Regierungstruppen dem Stahlgewitter der Haftar-Armee ausgesetzt, wobei sie erheblichen Schäden ausgesetzt wurde. Selbst wenn nur zwei von drei Panzern zerstört wurden, so ist hierbei zu beachten, dass die PNS-Truppen nur wenige Panzer verfügen, die einsatzbereit sind. Daher bleibt abzuwarten wie sich der Stellungskrieg in den kommenden Tagen entwickeln wird.

Der Bürgerkrieg in Liyben hat zudem auch eine internationale Komponente. Während die Türkei Tripolis mit Waffen, Munition und Ausbildern unterstützt, werden die Truppen von General Haftar von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und dem benachbarten Ägypten unterstützt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan forderte die Haftar-Truppen vor wenigen Tagen auf, die Offensive auf die libyische Hauptstadt zu stoppen.

 

Dies geschah bei einem Treffen in Dolmabahçe Palast in Istanbul mit dem Chef der international anerkannten Regierung Libyens. Die Gefangennahme von sechs türkischen Seeleuten durch die Truppen Haftars hatte die Spannungen Anfang der letzten Woche deutlich ansteigen lassen. Nachdem Ankara mit einer militärischen Intervention gedroht hatte, ließ Haftar die Türken wieder frei.

Haftar hatte Anfang April eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die international anerkannte Regierung Libyens ihren Sitz hat. Regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars liefern sich seither erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach UN-Angaben wurden dabei bisher mehr als 1.000 Menschen getötet.

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