Deutsche Investoren haben im ersten Quartal 2019 trotz EU-Sanktionen rund 1,76 Milliarden Euro in Russland investiert. Dies ist fast die Hälfte des Vorjahresergebnisses.

Im Jahr 2018 hatten die deutschen Investitionen in Russland nach Angaben der Bundesbank im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent zugelegt und 3,2 Milliarden Euro erreicht. Es war der Höhepunkt seit den Vorkrisenzeiten in den späten 2000er-Jahren, berichtete Russische Botschaft in Deutschland.

In diesem Jahr hat sich das Wachstum noch verstärkt — allein im ersten Quartal beliefen sich die Investitionen auf 1,76 Milliarden Euro. Bleibt diese Dynamik unverändert, wird das Jahr fast sieben Milliarden Euro erreichen, doppelt so viel wie 2018.

Wie der Vorstandschef der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer, Matthias Schepp, sagte, glauben deutsche Unternehmen nach wie vor an den russischen Markt. Zuvor hatte er bereits betont, dass die westlichen Sanktionen die Perspektiven der deutschen Geschäfte in Russland kaum beeinflussen würden.

Das Potenzial einer bilateralen Investitionspartnerschaft ist noch lange nicht ausgeschöpft. Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg unterzeichneten die Wirtschaftsminister beider Länder, Maxim Oreschkin und Peter Altmaier, ein Kooperationsprogramm zur Verbesserung der Effizienz der russischen Wirtschaft durch den Einsatz von deutschem Know-how, insbesondere in Bereichen wie Arbeitsproduktivität, Personalschulung und Informationsaustausch.

Als Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit nannte Altmaier die Eröffnung des Mercedes-Benz-Werks in der Region Moskau.

Der deutsche Minister fügte hinzu, dass auch andere Unternehmen große Investitionspläne in Russland hätten. Derzeit wird unter anderem der Bau eines BMW-Werks im Industriepark Chrabrowo in der Region Kaliningrad erwogen. Experten schätzen dieses Projekt auf mehrere hundert Millionen Euro.