Die indische Regierung plant Jammu und Kaschmir, der turbulentesten Region im Himalaya, die seit fast 70 Jahren der Streitpunkt zwischen Indien und Pakistan ist, den Status eines Autonomen zu verleihen.

Jammu und Kashmir haben die Situation bereits als «den dunkelsten Tag in der indischen Demokratie» bezeichnet. Am Montag, dem 5. August, berichtet die indische Zweigstelle der Economic Times.

Das offizielle Delhi schlägt die Abschaffung eines Artikels in der Verfassung vor, der diesem überwiegend muslimischen Staat einen «Sonderstatus» sichert und verleiht ihm mehr Autonomie als jeder anderen Region des Landes. Dieser Artikel ist von entscheidender Bedeutung für die regionale Sicherheit: Er ist die Grundlage für den Beitritt des Staates zu Indien vor vielen Jahren.

Dieser Status ermöglicht es den Bewohnern unter anderem, dort Immobilien zu kaufen. Außerdem können laut Gesetz nur Anwohner einen öffentlichen Dienst im Staat beantragen.

Die Idee, dem indischen Parlament einen autonomen Status zu entziehen, wurde vom Innenminister Amit Shah geäußert.

«Das Instrument von Jammu und Kaschmir muss neu organisiert werden», sagte er und forderte die Abgeordneten auf, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Mehbuba Mufti, der Vorsitzende der Demokratischen Partei von Jammu und Kaschmir, hat die Situation auf Vorschlag der Behörden bereits als «den dunkelsten Tag in der indischen Demokratie» bezeichnet. Ihrer Meinung nach wäre die Annahme solcher Änderungsanträge verfassungswidrig und würde «Indien zu einer Besatzungsmacht im Staat machen».

Ihr zufolge wird dieser Schritt katastrophale Folgen haben.

Erinnern wir uns, dass das letzte Schießen an der Grenze in Kaschmir Ende Juli stattgefunden hat. Dann starben ein Soldat aus Indien und zwei aus Pakistan.

Die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan eskalierten Mitte Februar stark, nachdem sich ein Selbstmordattentäter neben einem Konvoi paramilitärischer Polizisten in Jammu und Kaschmir in die Luft gesprengt hatte. 45 Menschen wurden Opfer des Terroranschlags, die Jaish-e-Muhammad-Gruppe übernahm die Verantwortung dafür.

 

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