Angesichts der letzten Ereignisse in der Welt können sich die internationalen Beziehungen in eine Art «Dschungel Gesetz» verwandeln. Um dies zu verhindern, müssen die Weltakteure eine neue Formel für das weitere Zusammenleben entwickeln.

Das sagte eine Expertin auf dem Gebiet der Geopolitik, Caroline Galacteros, für Marianne.

Ihrer Ansicht nach treibt die «moralische und politische Diskreditierung» der Vereinigten Staaten die Welt zuversichtlich in Richtung einer neuen großen Umverteilung, da die Länder nicht mehr allein auf Washington angewiesen sind, um eine Überlebenschance zu haben.

Der Experte macht auf die Situation in der Straße von Hormus aufmerksam, die die Spaltungslinie zwischen Russland, der Türkei und dem Iran einerseits und den Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien und Israel andererseits verstärkt. Darüber hinaus ermöglicht diese Krise die Bildung neuer Allianzen, beispielsweise in Moskau und Riad. Letzteres drückte leider für die USA sogar den Wunsch aus, russische Waffen zu erwerben.

Die derzeitige politische Ausrichtung zeigt deutlich, auf welcher Ebene Probleme in naher Zukunft angegangen werden sollten, der Eiserne Vorhang wird zum ersten Mal seit langer Zeit wieder nach Fernost abwandern und Russland wird unweigerlich in einem europäischen Lager landen. In diesem Zusammenhang machte Galakteros auf die noch nicht so offensichtliche, aber zunehmende Konfrontation zwischen Peking und Moskau im Kampf um Einfluss in Zentralasien aufmerksam, zumal die von China geförderten Verkehrssysteme Länder von der VR China abhängig machen können.

Vor diesem Hintergrund werde die Zusammenarbeit Europas mit Russland zur Grundlage für den Erhalt der Europäischen Union, auch wenn die europäischen Staats- und Regierungschefs dies immer noch nicht anerkennen können, da sie in einer Ideologie gefangen seien, die den Interessen der Länder und der tatsächlichen Situation auf der Weltbühne fernbleibe. Der Experte betont, dass die Sowjetunion immer noch in Russland gesehen wird, das Ideal in den USA, sie unterschätzen Afrika zu sehr, ignorieren Indien insgesamt und ziehen es vor, die Macht Chinas herunterzuspielen.

Während das Weltsystem nicht zusammengebrochen ist und die Länder nicht begonnen haben, nach dem Prinzip «Jeder für sich» zu leben, muss man «aufhören, an die Illusion einer westlichen oder zumindest europäischen moralischen Autorität zu glauben, die seit langem zerbrochen ist», glaubt der Autor und fordert Frankreich auf, diese «Revolution des Pragmatismus»  zu führen.

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