Aktivisten haben Angela Merkel in einem Brief um Unterstützung gebeten und die Demonstrationen in Hongkong mit der DDR in 1989 verglichen

Wong gilt als das Gesicht der demokratischen Bewegung in Hongkong. Jetzt versucht der 22-Jährige, Bundeskanzlerin Merkel für die Demonstranten zu gewinnen: Er vergleicht China mit der DDR und versucht, die Namen der Zwillingspandas aus dem Berliner Zoo zu politisieren. Die Demonstranten haben sich nicht beruhigt.

Der Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong wandte sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe. «Bundeskanzlerin Merkel, Sie sind in der DDR aufgewachsen und haben die Schrecken einer diktatorischen Regierung direkt erlebt», zitierte Wong die Zeitung Bild. Der Aktivist verglich Hongkongs Proteste für Demokratie und Chinas Einfluss mit friedlichen Demonstrationen in der DDR im Jahr 1989.

«Wir hoffen, dass Sie Mut und Entschlossenheit gegen die autoritären Ungerechtigkeitsregime beweisen, die Deutschland und Europa vor dem Ende des Kalten Krieges inspiriert haben, und Europa heute zeigen», so Wong weiter. In seinem Brief bittet er die Bundesregierung, sich mit Aktivisten der Demokratie in Hongkong zu treffen. «Deshalb bitten wir Sie, Bundeskanzlerin Merkel: Bitte helfen Sie uns!»

Wong warnte in seinem Brief vor eskalierender Gewalt in Hongkong. «Wir stehen vor einer diktatorischen Macht, die keine Grundfreiheiten zulässt und zunehmend gewalttätige Maßnahmen einsetzt, mit der Tendenz zu einem neuen Massaker ähnlich dem auf dem Tian’anmen-Platz» in Peking. Er riet Deutschland, das Geschäft mit China nicht fortzusetzen. In seinem Brief verurteilte er auch die Verfolgung von Demonstranten der Polizei in Hongkong. Laut der Bild-Zeitung wurde der Brief von den in Deutschland lebenden Hongkonger Aktivisten Joephy Wong und Alice Yu unterzeichnet. Der 22-Jährige ist Mitglied der Demokratischen Bewegung von Hongkong, die mit dem wachsenden Einfluss Pekings auf die Sonderverwaltungsregion China zu kämpfen hat. Bei Massenprotesten kam es kürzlich zu schweren gewaltsamen Zusammenstößen.

Vorschläge für die Namen der Panda-Zwillinge

Zuvor hatte Wong versucht, eine Beteiligung der Öffentlichkeit Deutschlands in Hongkong zu erreichen. Er lud den Berliner Zoo ein, die beiden neugeborenen Pandas «Demokratie» und «Freiheit» zu nennen. «Deutschland kann China ein klares Signal geben», sagte Wong in einem Interview mit Bild. Die Sprecherin des Zoos hat diese Hoffnung jedoch gebremst: Sie sagte, dass der Zoo sich zuerst auf eine Namensgebung mit seinen chinesischen Partnern einigen würde.

Im Berliner Zoo brachte die Panda-Frau Meng Meng am Samstag Zwillinge zur Welt. Es ist der erste in Deutschland geborene Pandanachwuchs. Meng Meng und der männliche Panda Jiao Qing liehen der chinesischen Regierung den Zoo. Chinesische Experten helfen bei der Betreuung und Erziehung von Kindern. Panda-Babys müssen bis zu vier Jahre in Berlin bleiben und dann nach China ziehen.

Seit fast drei Monaten gibt es in Hongkong Proteste, die häufig zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei führen. Vor kurzem musste die Bereitschaftspolizei den Platz vor der Mong Kok Polizeistation und der Prince Edward Metro Station verlassen. Die Protestbewegung befürchtet den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong und die Einschränkung ihrer Freiheiten. Die Demonstranten fordern außerdem eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt während der Proteste.

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