In den vergangenen zwei Tagen wurden in mehreren ägyptischen Städten Proteste gegen das Regime von Präsident Abd al-Fattah as-Sisi fortgesetzt.

Die Proteste begannen damit, dass in der Nacht zum Freitag mehrere hundert Menschen auf den Tahrir-Platz in Kairo gingen. Dort begann der sogenannte «arabische Frühling» in Ägypten, wodurch Präsident Hosni Mubarak gestürzt und die Macht der Muslimbruderschaft begründet wurde.

Die Demonstrationen reagierten auf Korruptionsvorwürfe gegen Sisi. Der in Spanien lebende ägyptische Geschäftsmann und Schauspieler Muhammad Ali hat mehrere Videos online gestellt, in denen er Sisi beschuldigt, Geld in Palästen und Hotels verschwendet zu haben, während Millionen Ägypter in Armut leben.

Ali forderte die Ägypter auf, am Freitag gegen ein Fußballspiel zwischen den Klubs Al-Ahli und Zamalek in Kairo zu protestieren.

Ali behauptet, er hat 15 Jahre als Bauunternehmer für die ägyptische Armee gearbeitet. Ali sagte: «Sisi hat Korruption von einer niedrigen auf eine völlig neue Ebene gebracht. Ich habe fünf Villen für seine Assistenten und einen Palast für den Präsidenten auf der Militärbasis in Kairo gebaut».

Während einer Jugendkonferenz wies Sisi die Anschuldigungen als «Lüge und Verleumdung» zurück.

Laut AFP wurden am Freitag 74 Personen festgenommen.

Auf dem Tahrir-Platz versammelten sich mehrere hundert Menschen und riefen: «Die Menschen fordern den Sturz des Regimes!» Und «Sisi, geh weg!»

In Alexandria marschierten mehrere hundert Menschen zum Damm und sagten: «Steh auf, hab keine Angst, Sisi muss gehen!»

In acht ägyptischen Städten, darunter Damietta und Suez, fanden Demonstrationen statt.

Die Feinde von Sisi behaupten, dass Muhammad Ali jetzt «der beliebteste Mensch in Ägypten» ist und dass Sisi ihn «als echte Bedrohung» wahrnimmt.

Sisis erste Welle der Popularität, die das Chaos der Muslimbruderschaft eindämmt, ist in letzter Zeit aufgrund von Sparmaßnahmen und wachsender Armut zurückgegangen. Offizielle Statistiken, die im Juli veröffentlicht wurden, zeigen, dass 33% der Ägypter unter der Armutsgrenze leben.

Die Behörden äußern sich nicht zu den Protesten, und die ägyptische Presse schreibt nicht darüber.

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