Die Länder der islamischen Welt sollten ihren Platz in einer multipolaren Welt bestimmen, deren Zentrum nicht Saudi-Arabien sein wird, und der Libanon ist wiederum eine hervorragende Plattform für die Erörterung von Mechanismen zur Erfüllung dieser Aufgabe.

Dies sagte der Teilnehmer der internationalen Konferenz «New Horizon Conference» in Beirut, der Führer der Internationalen Eurasischen Bewegung Alexander Dugin, in einem Interview mit RIA Nowosti.

In Beirut findet vom 20. bis 26. September die internationale Konferenz «New Horizon Conference» zum Thema der multipolaren Welt und des Stellenwerts der arabischen Länder statt.

«Der Islam kann sich vor dem Hintergrund eines radikalen Fundamentalismus nicht vereinen. Dennoch können arabische und islamische Länder ihren Platz in einer multipolaren Welt nicht allein verteidigen. Dies erfordert ein neues Verständnis der islamischen Einheit, nicht im Gegensatz zu anderen Zivilisationen, sondern unter Berücksichtigung der sich entwickelnden Bedingungen.Daher ist es die Aufgabe der islamischen Welt, ein neuer Pol zu werden. Wie und auf welcher Grundlage dies geschehen soll, ist eine offene Frage, und der Libanon ist eine hervorragende Plattform für die Erörterung dieser Aufgabe», sagte Dugin.

Nach Angaben des Gesprächspartners der Agentur waren Saudi-Arabien und Katar gezwungen, die Strategie der Unterstützung radikaler Organisationen zugunsten einer neuen Form des politischen Islam aufzugeben, nachdem Russland und eine Reihe anderer Länder den Verlauf der Ereignisse in Syrien geändert und die Umsetzung der US-Pläne zur Änderung des Nahen Ostens nicht zugelassen hatten.

Zur gleichen Zeit, als Dugin die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer Annäherung zwischen Teheran und Riad beantwortete, bemerkte er: «Man kann Saudi-Arabien nicht als das Zentrum des Sunnitismus betrachten. Die Türkei ist ein riesiges und einflussreiches Zentrum des anderen Sunnitismus, das absolut feindselig und mit dem Wahhabismus in Saudi-Arabien nicht vergleichbar ist. Es ist absolut falsch, den gesamten Sunnismus auf Saudi-Arabien zu reduzieren. Ich denke, wir sollten diese Identifikation aufgeben und sagen, dass es schiitischen Iran und saudi-arabische Sunniten gibt …Viel wichtiger ist jetzt die Position von Ankara, Kairo, Damaskus, Beirut, Marokko, Algerien — dies soll sicherstellen, dass die islamische Welt viel weiter ist».

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