Ankara erwartet, dass zwei Millionen Flüchtlinge in die Pufferzone in Nordsyrien umsiedeln können. Zum Aufbau der Infrastruktur benötigen sie die Hilfe von Brüssel.

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay forderte die Europäische Union auf, bei der Umsiedlung syrischer Flüchtlinge in die sogenannte Sicherheitszone im Norden Syriens mitzuwirken.

«Wir gehen davon aus, dass sich fast zwei Millionen Syrer freiwillig in diesem friedlichen Gebiet niederlassen können. Wir müssen die notwendige Infrastruktur aufbauen — vorübergehende und dauerhafte Unterkünfte, Krankenhäuser und Schulen», sagte er.

Dies teilte Fuat Oktay am Freitag, dem 4. Oktober, mit, als er in Ankara den deutschen Innenminister Horst Seehofer und den für Migration zuständigen EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos empfing.

Laut Oktay ist die Planung von Umsiedlungsprojekten für Flüchtlinge bereits abgeschlossen.

«Um sie umzusetzen, brauchen wir jedoch die Unterstützung aller in der Region tätigen Akteure, insbesondere der EU», sagte er.

Der Sprecher des deutschen Innenministeriums, Steve Alter, merkte an, dass Seehofers Treffen mit Oktay fast 90 Minuten gedauert hat.

Der deutsche Minister ist zu einem zweitägigen Besuch in Ankara. Eines der Hauptthemen war das umstrittene Projekt, syrische Flüchtlinge in die Pufferzone in Nordsyrien zu verlegen, wo die Kämpfe noch andauern.

Bei Gesprächen mit dem türkischen Innenminister Suleiman Soilu und Außenminister Mevlut Cavusoglu gab Seehofer die Position Berlins bekannt, die dieses Projekt nicht unterstützt.

«Ich habe klar festgestellt, dass es viele Regierungen gibt, einschließlich unserer, die dies für problematisch halten», sagte er.

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