Deutscher Journalist: Der US-Long-Arm ist kein mehr Segen für Deutschland

Deutschland hat viele Phasen der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten durchlaufen: von dem Zeitpunkt, als niemand den Besuch der amerikanischen Delegation in Berlin bemerkte, bis zu dem Zeitpunkt, als Berlin alle strategischen Schritte mit Washington koordinierte.

Dies teilte der Journalist der Süddeutschen Zeitung, Stefan Cornelius, mit. Er kommentierte den Besuch des Leiters des US-Außenministeriums, Michael Pompeo, in Berlin.

Das Problem ist, so der Journalist, dass alle bisherigen Phasen der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit in der Vergangenheit liefen, ein neues Format jedoch noch nicht erschienen ist. Dies hat dazu geführt, dass sich die Länder in einem Zustand «kalten Friedens» befinden. «Angesichts der Ausrichtung in Washington ist dies weder schlecht noch gut», stellt er fest.

Cornelius nennt die Agenda von Pompeos Deutschlandbesuch eine Demonstration der «gegenseitigen Unannehmlichkeiten», die sich ausnahmslos um die ständigen Themen von Nord Stream-2, die Handelskonfrontation und die Kosten der Militarisierung dreht. Die gegenseitige Kritik wird jedoch nicht intensiver, was auf die Zurückhaltung der Parteien hindeutet. Die Regierung geht davon aus, dass es immer noch keine Methoden für eine konstruktive Kommunikation mit dem Weißen Haus gibt. Donald Trump wiederum versucht auch, nicht darüber hinauszugehen, um nicht zum Zusammenbruch der NATO oder zu einem offenen Handelskrieg zu führen.

Die Situation wird durch die Tatsache erschwert, dass die Beziehungen zwischen den Ländern den Einfluss Washingtons auf Europa nicht schwächen. Die transatlantische Krise führe also nur dazu, dass «der lange Arm der Vereinigten Staaten kein Segen mehr für Deutschland ist». Die Journalistin kommt zu dem Schluss, dass Berlin eine Menge zu klären hat, denn bisher ist es schwer, sich eine vollwertige antiamerikanische Außenpolitik vorzustellen.

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