Wegen Überquerung der Krim-Brücke: Kiews Anklagebehörde eröffnet Strafverfahren

Zuvor wurde in den Medien über den ersten Personenzug berichtet, der von St. Petersburg über den Schienenverkehr der Krim-Brücke in die russische Hafenstadt Sewastopol gelangte. Aus ukrainischer Sicht ein illegaler Grenzübertritt, weswegen nun die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die sogenannte «Krimstaatsanwaltschaft», eine Einrichtung der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, hat ein Strafverfahren in Bezug auf den ersten Personenzug von St. Petersburg nach Sewastopol eröffnet, der am Mittwoch über die Krimbrücke die Straße von Kertsch überquert und auf der Krim ankommt. Die Staatsanwaltschaft informiert über ihren Telegrammkanal.

«Die Staatsanwaltschaft der Autonomen Republik Krim hat ein Strafverfahren in Bezug auf das illegale Überqueren der ukrainischen Staatsgrenze mit einem Personenzug von St. Petersburg nach Simferopol (eine Stadt auf der Krim, eine Haltestelle auf dem Weg nach Sewastopol — News Front), der über die «Kertschbrücke» fuhr eröffnet», zitiert die russische Nachrichtenagentur TASS die Anklagebehörde.

Die ukrainische  Staatsanwaltschaft hat den Start des russischen Eisenbahnverkehrs über die Krimbrücke als rechtswidrig eingestuft. «Solche Handlungen des Besatzungsstaates stellen einen offensichtlichen Verstoß gegen die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine dar und zeigen eine Missachtung der gemeinsamen Grundsätze und Normen des Völkerrechts», erklärte die ukrainische Entität.

Am Mittwoch ist der erste Personenzug aus der russischen Stadt St. Petersburg in der Krimstadt Sewastopol eingetroffen. Der Eisenbahnabschnitt der Krimbrücke, der die Krim mit der Region Krasnodar verbindet, wurde am 23. Dezember eröffnet. Die Züge verkehren ganzjährig zwischen St. Petersburg und Sewastopol sowie zwischen Moskau und Simferopol.

Eröffnung des Zugverkehrs durch Präsident Putin

Am Montag eröffnete der russische Präsident Wladimir Putin den Eisenbahnverkehr auf der Brücke über die Straße von Kertsch. Das ukrainische Außenministerium protestierte dagegen gegen Russland.

Nach dem Staatsstreich in der Ukraine im Februar 2014 fand  auf der Krim und Sevastopol ein Referendum ab, bei dem 96,7 Prozent der Krim-Bewohner und 95,6 Prozent der Bürger aus Sewastopol beschlossen, sich aus der Ukraine zurückzuziehen und Russland anzuschließen.

Rund 80 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung nahmen an dem Referendum teil. Der russische Präsident unterzeichnete am 18. März 2014 das Wiedervereinigungsabkommen, das der Föderationsrat (Oberhaus des russischen Parlaments) am 21. März ratifizierte. Trotz der Ergebnisse des Referendums weigerte sich Kiew zusammen mit verschiedenen überwiegend westlichen Ländern, die Krim anzuerkennen als ein Teil von Russland.

Im Jahre 2014 hat die Europäische Union Sanktionen gegen Russland aufgrund der Ereignisse sowie gegen die Ukraine und die Krim verhängt und diese seitdem wiederholt ausgeweitet und verlängert.

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