Peinlicher «Fehler»: Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» verwechselt Rote Armee mit der US-Armee beim Thema Ausschwitz-Befreiung

Dem deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» ist in sozialen Medien ein ziemlich peinlicher Fehler unterlaufen, als man im Zuge der Berichterstattung über die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ein Bild veröffentlichte, auf dem geschrieben steht, amerikanische Truppen hätten das Lager vor 75 Jahren befreit.

Zugegeben, ein peinlicher Fehler, die Rote Armee und die US-Armee anlässlich des 75. Jahrestages der Auschwitz-Befreiung miteinander zu verwechseln. Vor allem deswegen schon, weil sich das Wochenmagazin in den letzten Jahren sich in puncto Berichterstattung über Russland nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

Seit der erfundenen Invasion Russlands 2014 in die Ukraine, die sich letztlich als Lieferung humanitärer Hilfsgüter herausstellte, sollte man dem Hamburger Nachrichtenmagazin beim Thema Russland eher misstrauen als Vertrauen. Der Skandal um den Journalisten Claas Relotius, der mit gefälschten Reportagen zahlreiche Preise erhielt, stürzte Ende 2018 das Magazin in eine tiefe Krise.

Seitdem hat das Magazin ein Glaubwürdigkeitsproblem, nicht nur beim Thema Russland. Der aktuelle Aufreger um eine Grafik über die angebliche Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren — durch die US-Armee macht seit gestern die Runde und Publizisten aus aller Welt regen sich über die Verwechslung bis heute auf.

News-Front Journalistin Julija Witjasewa zeigt in einem Tweet auf, welches Bild oder «Snap» vorher und nachher zu diesem Ereignis geschrieben wurde. Ein «Fehler» wurde berichtigt. Wie sich das Nachrichtenmagazin Spiegel rechtfertigt, dazu der Dialog zwischen der bekannten linken Publizistin Jutta (von) Ditfurth und dem offiziellen Account von «Der Spiegel».

Mangelnde Bildung, künstliche Intelligenz oder Antikommunismus

Der Spiegel selbst entschuldigte sich für diesen Fehler bei der Frankfurter Publizistin und Soziologin Jutta Ditfurth, die sich auf Twitter fragt, wie dieser Fehler passieren könnte. «Mangelnde Bildung, künstliche Intelligenz oder Antikommunismus», könnten aus ihrer Sicht einer der Gründe sein, warum das größte Nachrichtenmagazin einen solchen Fehler machen konnte.

Im Zweifel war der zuständige Gestalter dieses sogenannten «Snaps» nicht ganz bei der Sache, was den peinlichen Fehler am besten erklären würde. Im Zweifel sollte man hier von Fahrlässigkeit anstelle von bösen Vorsatz ausgehen.

Der Spiegel selbst räumte den «peinlichen Fehler» in einer Antwort an Ditfurth ein und tauschte den «fehlerhaften Snap» vom vergangenen Donnerstag bereits am vergangenen Freitag aus. Warum es so lange gedauert hat, bis sich viele Spiegel-Kritiker zu Wort gemeldet haben, ist allerdings rätselhaft. Generell dauert es nur wenige Minuten bis auf Twitter, Facebook und anderen sozialen Medien ein Shitstorm ausbricht. Hier dauerte es ganze zwei Tage.

Dabei passiert es Politikern, Journalisten und Moderatoren in Deutschland immer wieder, dass man den USA und ihrer Armee vermeintliche Heldentaten zuschreibt, die historisch unbestritten von der Sowjetunion und der Roten Armee ausgingen.

Das kann allgemein daran liegen, dass der Mainstream eher den USA als Russland positiv zugewandt ist, oder einfach daran, dass Journalisten in Deutschland inzwischen allgemein ziemlich ungebildet ist und nicht mehr sauber recherchiert. Vielleicht mag Ditfurth in diesem Punkt Recht haben. Aber Fehler passieren einfach, absichtlich oder unabsichtlich.

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