Europa rät, sich nicht zu entspannen — Die größten Schrecken des Brexit stehen noch bevor

Die wirklichen Folgen der historischen europäischen Spaltung werden erst in wenigen Jahren sichtbar.

Das teilte der Korrespondent der französischen Publikation «Le Monde» in London, Eric Albert, mit.

Ihm zufolge kann man die «Serie» mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sehr lange beobachten. Gleichzeitig sollen die Seiten die Folgen dieser geopolitischen Spaltung noch beurteilen, die laut Albert in mindestens fünf Jahren erfolgreich sein wird. Bald werden London und Brüssel eine neue Konfrontation um ein Freihandelsabkommen eingehen.

Der Autor der Veröffentlichung macht darauf aufmerksam, dass noch unklar ist, welche Änderungen in Bezug auf die EU-Vorschriften Großbritannien anstrebt. Insbesondere die britischen Eliten waren immer unzufrieden mit den europäischen Beschränkungen für Prämien für Führungskräfte. Darüber hinaus gab es in Großbritannien immer viele Verfechter gentechnisch veränderter Produkte. Wenn solche Punkte zur Diskussion gestellt werden, werden die optimistischsten Prognosen für den Abschluss einer Vereinbarung vor Jahresende zusammenbrechen, behauptet der Journalist.

Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU immer mehr zu Streitigkeiten führen werden. Der britische Premierminister Boris Johnson hat bereits die Initiative ergriffen, um jedes Jahr zur Diskussion über Fischereikontingente zurückzukehren. Gleichzeitig wird London ausnahmslos das wichtigste Finanzzentrum Europas sein, was nur zu neuen Zusammenstößen führen wird.

Um zu beurteilen, ob der Brexit wirklich eine „entscheidende Umkehrung“ war oder Boris Johnson mit ein paar symbolischen Siegen davongekommen ist, wird es nach etwa einem Jahrzehnt möglich sein, denn auch nach Jahren der Verhandlungen bleibt dies nicht offensichtlich.

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