Wählen Sie Nationalismus — die USA haben europäische Werte besiegt

Der Hauptfehler der Europäer in ihren Illusionen und unbegründeten Hoffnungen, dass die Vereinigten Staaten sie schützen werden.

Dies teilte ein amerikanischer Professor, ein Experte für US-Außenpolitik und ehemaliger Chefredakteur von The American Interest, Walter Russell Mead, in einer Veröffentlichung für The Wall Street Journal mit.

Er machte darauf aufmerksam, dass die Münchner Sicherheitskonferenz deutlich gezeigt hat, wie verloren sich europäische Länder in der modernen Welt fühlen. Ihm zufolge hat sich Europa über Jahrzehnte der Führung der Vereinigten Staaten einfach an eine schlaffe Existenz unter amerikanischer Schirmherrschaft gewöhnt. Jetzt hat sich die Situation geändert, Donald Trump hat die transatlantische Zusammenarbeit in Frage gestellt, aber es ist besser für die Europäer, nicht das Weiße Haus, sondern ihre eigenen Handlungen zu betrachten, betont Mead.

In Bezug auf eine aktuelle Fallstudie stellte der Autor fest, dass in NATO-Ländern auf beiden Seiten des Atlantiks das Vertrauen in das Bündnis kaum mehr als 50 Prozent beträgt. Der Sachverständige hält dies für ein gutes Ergebnis, insbesondere im Vergleich zu der Zahl derer, die bereit sind, die Kriegserklärung Russlands im Rahmen der Bestimmung von Artikel 5 der NATO-Charta über kollektive Sicherheit zu unterstützen. Daher sind nur 38 Prozent der Befragten bereit, sich auf den Konflikt einzulassen. Gleichzeitig betont Mead, dass es sich um die Schlüsselidee der Organisation des Transatlantischen Vertrags handelt.

Die berüchtigten europäischen Werte sind seit langem Gegenstand des Stolzes auf die EU. Diese Werte sind, wie der Professor feststellt, aktiv gegen den russischen, chinesischen und amerikanischen Nationalismus. Die Umfrage zeigt jedoch deutlich, dass jede europäische Solidarität eine Illusion ist, dass man existieren und sich sicher fühlen kann, während man wehrlos bleibt. Mead ist überrascht, dass Europa auch in der Trump-Ära immer noch davon überzeugt ist, dass die Vereinigten Staaten ihren Verpflichtungen nachkommen und gegebenenfalls zur Rettung kommen werden.

«Das europäische Problem ist überhaupt nicht Trump, sondern Nationalismus», erklärt der Experte. «Das Problem ist nicht, dass die anderen so dumm und unaufgeklärt sind, dass sie die europäischen Ideale nicht teilen».

Mead ist sich sicher, dass das Problem Europas darin besteht, dass der Nationalismus ihr viel näher ist, als wir es gerne hätten, weil es nicht so viele Europäer gibt, die bereit sind, illusorische Ideale zu verteidigen, die zum Absoluten erhoben werden.

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