Einer der informellen «Gelbwesten»-Führer hat ein Treffen mit Macron gefordert

In Paris waren die ersten Stunden des 57. Internationalen Landwirtschaftssalons von mehreren Vorfällen geprägt, an denen der französische Präsident Emmanuel Macron direkt oder indirekt teilnahm.

Am auffälligsten war der Versuch eines der Initiatoren der «Gelbwesten»-Protestbewegung Eric Drouet, durch eine dichte Menge von Veranstaltungsgästen, Journalisten und Sicherheitsleuten zum Staatsoberhaupt durchzubrechen.

Der Mann versuchte, sich an den französischen Präsidenten zu wenden, der am frühen Morgen im Ausstellungszentrum Porte de Versailles ankam, um mit den Landwirten zu sprechen und sich mit den auf der Ausstellung präsentierten Produkten vertraut zu machen. Auf Twitter wurde ein Video aus der Szene gepostet, das zeigt, wie viele Menschen in Schwarz Drouet schnell genug führen und die Menge vor sich her schieben. Er wurde durchsucht und dann zum Ausgang des Pavillons geschickt.

Gleichzeitig gelang es einem Vertreter der «Gelbwesten», mit Macron zu kommunizieren.

Eine Frau mittleren Alters ohne Warnweste, die sich jedoch als Mitglied der Bewegung ausgab, äußerte sich unzufrieden mit der Rentenreform der Regierung, die seit Dezember in ganz Frankreich zu Streiks und Massendemonstrationen führte und die Polizeigewalt während der Demonstrationen am Samstag separat kritisierte. Macron antwortete, dass die Rentenreform ein demokratischer Prozess ist und dass nicht viele Menschen auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren. Darüber hinaus erklärte sich der Präsident bereit, «eine Stunde seiner Zeit» für Treffen mit Vertretern der Bewegung aufzuwenden, und lud die Frau ein, eine Initiativgruppe zusammenzustellen.

Vor der Eröffnung der Veranstaltung wartete auch eine Gruppe von Vertretern der Young Farmers Union und des Nationalen Verbandes der Landbesitzergewerkschaften (FNSEA) am Eingang zum Pavillon des Präsidenten. Sie äußerten sich unzufrieden mit der Verschärfung der Beschränkungen für den Einsatz von Pestiziden und der Verringerung der Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Produkte. Fast eine halbe Stunde lang sprach Macron mit ihnen und betonte insbesondere, dass «nichts die Verletzung der Interessen der Landwirte rechtfertigen kann», und versicherte, dass er sich nicht nur während des landwirtschaftlichen Salons mit diesem Thema befasse. Er versprach auch, in erster Linie jene Industrien zu unterstützen, die besonders von der Verhängung von Sanktionen durch die Vereinigten Staaten (Weinherstellung) und dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (Fischerei) betroffen sein könnten.

Der französische Staatschef reagierte auch auf die Forderung der FNSEA, die Renten der Landwirte auf 85 Prozent des Mindestlohns zu erhöhen, der jetzt bei 1.539 Euro (1.185 Euro nach Steuern) liegt. Dies ist unmöglich, da nur 1,1 Mrd. EUR zusätzlich zu den Zahlungen der derzeitigen Rentner erforderlich sind.

Der 57. Internationale Landwirtschaftssalon in Paris findet vom 22. Februar bis 1. März statt. Es präsentiert die Produkte von mehr als 1000 Betrieben aus 24 Ländern.

Bemerkungen: