Zahl der Corona-Toten steigt drastisch in Europa — Schlüsselindustrien schwer angeschlagen

Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie steigt in ganz Europa und anderswo auf der Welt weiter an und bringt die wichtigsten Volkswirtschaften der Europäischen Union — das neue Epizentrum der sich schnell ausbreitenden Krankheit — zum Erliegen.

Berichten zufolge sind nach neuesten Schätzungen weltweit mehr als 14.700 Menschen gestorben, seit das Virus Ende letzten Jahres in China aufgetreten ist. Weltweit wurde bei rund 340.000 Menschen COVID-19 diagnostiziert.

In Italien, dem am stärksten betroffenen Land außerhalb Chinas, meldeten Beamte am Sonntag 651 neue Todesfälle, was einer Gesamtzahl von 5.476 entspricht.

Es war eine Steigerung von 13,5 Prozent, aber weniger als am Samstag, als 793 Menschen starben, teilten Gesundheitsbeamte am Montag mit.

Die Gesamtzahl der Infektionen in Italien stieg von 53.578 auf 59.138, was einem Anstieg von 10,4 Prozent entspricht, so die Zivilschutzbehörde.

Die am stärksten betroffene nördliche Region der Lombardei befand sich mit 3.456 Todesfällen und 27.206 Fällen am Sonntag weiterhin in einer kritischen Situation.

Die Regierung kündigte ein Reiseverbot an und ordnete die Schließung aller nicht wesentlichen Unternehmen an, einschließlich der Auto-, Bekleidungs- und Möbelhersteller.

Der Leiter der Coronavirus-Hilfsmaßnahmen der italienischen Regierung, Domenico Arcuri, sagte, das Land befinde sich «im Krieg» mit dem Virus.

«Alle Kriege werden auf zwei Arten gewonnen, mit der eigenen Armee und mit Hilfe der eigenen Verbündeten», sagte er.

Deutschland im virtuellen Stillstand, Merkel in Quarantäne

Die Verbreitung des Virus hat auch Deutschland — die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union — praktisch zum Erliegen gebracht, als Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Verbot von Versammlungen von mehr als zwei Personen für die nächsten zwei Wochen anordnete.

Ausnahmen von den Regeln werden für arbeitsbezogene Zusammenkünfte gemacht.

«Das große Ziel ist es, Zeit im Kampf gegen das Virus zu gewinnen», sagte Merkel am Sonntag.

Später am Tag beschloss die Kanzlerin, sich sofort in ihrem Haus unter Quarantäne zu stellen, nachdem ein Arzt, der ihr zuvor einen Pneumokokken-Impfstoff verabreicht hatte, laut Regierungssprecher Steffen Seibert positiv auf das Virus getestet worden war.

Merkel wird in den kommenden Tagen regelmäßig getestet und weiterhin ihre Aufgaben als Kanzlerin von zu Hause aus wahrnehmen.

Nach Angaben der Johns Hopkins University ist Deutschland mit mehr als 23.000 Infektionen (am Wochenende) eines der am stärksten betroffenen Länder.

Mindestens 107 Menschen sind an dem Virus im Land gestorben, das seine Grenzen zu Frankreich, der Schweiz, Österreich, Dänemark und Luxemburg bereits vorübergehend geschlossen hat. Mehr als 2800 Menschen haben sich von der COVID-19-Erkrankung wieder erholt, berichtet heute das Robert-Koch-Institut und zeigt sich leicht optimistisch.

Spanien befindet sich mit COVID-19 im Krieg

Spanien, das nach Italien am zweitschlechtesten betroffene Land in Europa, meldete am Sonntag mehr als 1.700 Todesfälle. Inzwischen sind sogar russische Militärs in Italien angekommen, um das Land bei der Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen.

Premierminister Pedro Sanchez verlängerte den Ausnahmezustand bis zum 11. April und sagte, sein Land befinde sich «im Krieg».

Er forderte Europa auf, ein riesiges, koordiniertes öffentliches Investitionsprogramm zur Eindämmung der Pandemie zu starten.

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