Berlin: Keine Aussicht auf baldige Lockerung der Corona-Maßnahmen

In Deutschland verlangsamt sich die Ausbreitung des Coronavirus, die zur COVID-19-Lungenkrankheit führen kann. Trotz optimistischer Erwartungen dürften Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote nicht so schnell aufgehoben werden. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Nachmittag auf einer Pressekonferenz an.

Berlin: Keine Aussicht auf baldige Lockerung der Corona-Maßnahmen

Allerdings wird es auch zu keiner Verschärfung der Maßnahmen kommen. Seit dem 20. März gelten in Deutschland zahlreiche massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die Bund im Einvernehmen mit den Bundesländern beschlossen haben. Ziel der Verbote und Beschränkungen ist es die rasche Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zum Kollaps zu bringen. Seit dem 11. März erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Ausbreitung der COVID-19-Erkrankung zur Pandemie.

Inzwischen soll sich die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus und die daraus resultierende COVID-19-Erkrankung verlangsamen. Zwar steigt die Zahl der Neuinfektionen und COVID-19-Toten noch weiter an, gleichzeitig aber auch die Zahl der Genesungen. Durch die massiven Einschränkungen konnte sich die Ausbreitung derart verlangsamen, dass ein Corona-Patient nur noch eine Person laut den Schätzungen des Robert Koch Instituts im Schnitt infiziert. Davor lag die Reproduktionszahl bei 3.

Für die Bundesregierung ist das zwar ein Fortschritt, dennoch mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter zur Beibehaltung der Kontaktbeschränkungen, auch zur Osterzeit. Wie bereits vor einer Woche vom Bundeskanzleramt verkündet, sollen die Beschränkungen bis zum 20. April gelten. Danach will man diese Maßnahmen Schritt für Schritt lockern.

Wir können uns sehr, sehr schnell das zerstören, was wir jetzt erreicht haben“, begründete Merkel die Beibehaltung. Die Entwicklung der Infektionszahlen gebe „Anlass zu vorsichtiger Hoffnung“.

Die Pandemie werde Deutschland noch länger begleiten, auch dann, wenn das alltägliche Leben in der Bundesrepublik Deutschland zurückkehren wird. Bereits vor Wochen wurde von Virologen prophezeit, dass sich bis zu 70 Prozent der Bewohner in Deutschland sich mit dem Virus infizieren werde. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit mit milden Symptomen, gefährlich ist die COVID-19-Erkrankung allerdings für Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Auch Risikopatienten wie Diabetiker und Krebskranke Menschen besteht ein erhöhtes Risiko an der COVID-19-Erkrankung zu sterben

„Wir dürfe uns nicht in Sicherheit wiegen“, so die Bundeskanzlerin. Zu weiteren Schritten bis hin zu den Ferien im Sommer äußerte sie sich nicht in den Details. „Ich denke jetzt mal tageweise“, so Merkel.

In der nächsten Woche will sich Merkel am Mittwoch mit den Chefs der Landesregierungen treffen, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Beispielsweise wie die ersten Lockerungen aussehen werden, die ab dem 20. April in Aussicht gestellt werden. Unwahrscheinlich ist es wohl, dass ab diesem Zeitpunkt wieder Massenveranstaltungen wie Volksfeste, Konzerte und ähnliche Menschenansammlungen erlaubt werden. Die Rückkehr in den Alltag dürfte also in kleinen Schritten erfolgen, wie man es beispielsweise in Österreich plant, wo ebenfalls Lockerungen der Beschränkungen und Verbote von der Regierung in Aussicht gestellt wurden.

Laut Merkel kam es bis jetzt nicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystems. Zustände wie in Italien, Spanien oder in den USA wo die Leichen in Kühlwagen und Lastern aus den Krankenhäusern in die Krematorien gefahren wurden blieben bislang aus. Auch die Todesrate im Zusammenhang mit der COVID-19-Erkrankung ist im Vergleich mit diesen Ländern in Deutschland relativ gering.

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