Der Experte hat erklärt, wie Deutschland Nord Stream-2 vor den USA schützen würde

Wenn Deutschland beschließt, auf US-Sanktionen gegen Nord Stream-2 zu reagieren, wird diese Entscheidung weitreichende Konsequenzen haben.

Der Experte hat erklärt, wie Deutschland Nord Stream-2 vor den USA schützen würde

Dies erzählte der Publizist Iwan Danilow für die Veröffentlichung «Sputnik».

Wie News Front bereits im Dezember letzten Jahres berichtete, wurde im US-Kongress ein Paket von Sanktionen zusammen mit dem Militärbudget mitgeschleppt. Er ging auf Unternehmen ein, die direkt am Bau von Nord Stream-2 beteiligt waren. Mit Inkrafttreten der Strafmaßnahmen verließ das Schweizer Unternehmen Allseas, das Rohrschichten und Versorgungsschiffe lieferte, das Projekt. Der Bau wurde in der Endphase ausgesetzt.

Jetzt erwägt der US-Kongress eine neue Gesetzesvorlage, die die Strafmaßnahmen erweitert. Die Autoren des Dokuments waren die republikanischen Senatoren Ted Cruz, Tom Cotton, Ron Johnson und John Barrazo sowie der Vertreter der Demokratischen Partei, Gene Shahin. Laut dem Gesetz kann Washington nun Unternehmen und Strukturen auf die schwarze Liste setzen, die Versicherungsunterstützung beim Bau der Gaspipeline oder rechtliche Unterstützung für das Projekt bieten.

Vor diesem Hintergrund berichtete Bloomberg, dass Berlin eine Reaktion auf US-Aktionen vorbereitet. In Bezug auf deutsche Beamte sprachen sie darüber hinaus über Gegenmaßnahmen auf der Ebene der Europäischen Union.

Danilow nennt den europaweiten Faktor «komplex, aber aufregend». Wenn die Idee verwirklicht wird, hat sie darüber hinaus «weitreichende Konsequenzen». Der Autor erinnerte daran, dass Deutschland derzeit der Vorsitzende des Europäischen Rates ist. Dies gibt ihr eine Reihe von Vorteilen bei der Förderung ihrer eigenen politischen Agenda. Die Bundesregierung wird diese Gelegenheit nutzen müssen, denn Bundeskanzlerin Angela Merkel befindet sich in einer Situation, in der die Manifestation einer außenpolitischen Schwäche Probleme in der Innenpolitik hervorrufen wird.

Der Experte machte darauf aufmerksam, dass Sanktionen gegen die Pipeline nicht der einzige Druck aus Washington sind. Zum Beispiel forderte Donald Trump, dass Berlin eine Billion Dollar «Schulden» für die amerikanische Militärpräsenz in Deutschland zahlt, die Vereinigten Staaten Zölle auf europäische Waren erheben und sich auch den Absichten der EU widersetzen, die amerikanischen Internetgiganten Google und Amazon zu besteuern. Das heißt, heute gibt es alle Voraussetzungen für eine «groß angelegte und prinzipielle» Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, stellt Danilow fest. Seiner Meinung nach «kann es jederzeit explodieren.»

Gleichzeitig gab er zu, dass Deutschland nicht gelernt habe, mit der gleichen Grausamkeit auf die Staaten zu reagieren, die insbesondere der französische Präsident Emmanuel Macron bereits gezeigt hat. Die Bundesregierung kann jedoch Rechtfertigungen für die Stärkung ihrer Unabhängigkeit vom «Partner» in Übersee finden. Als Beispiel führte er den Umweltfaktor an, mit dem Berlin Nord Stream-2 aufrechterhält. Darüber hinaus hat Merkel jetzt ein politisches Argument.

Hier erinnerte der Autor an ein kürzlich geführtes Interview mit der deutschen Bundeskanzlerin, in dem sie sagte, dass die Vereinigten Staaten nicht länger führend sein wollen, was bedeutet, dass Europa lernen muss, unter solchen Bedingungen zu leben.

Danilow nennt einen solchen Ansatz «ironisch», weil Washingtons Sabotage von Ultimaten nicht durch den Wunsch nach Unabhängigkeit erklärt wird, sondern durch die Entscheidung der USA, die Rolle des «guten Hegemon» aufzugeben. Letztendlich sind jedoch nicht die Vorwände wichtig, sondern die «echten Aktionen und echten Kubikmeter Gas», die von Russland nach Europa kommen werden, erklärte der Publizist.

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