Bloomberg prognostiziert düstere Aussichten für die USA

China ist nicht schuld an US-Problemen, genauso wie Donald Trump nicht schuld ist. Das amerikanische System verfällt seit Jahrzehnten und muss jetzt komplett überarbeitet werden.

Bloomberg prognostiziert düstere Aussichten für die USA

Die amerikanische Agentur Bloomberg hat darüber geschrieben.

Heute gibt es in den Vereinigten Staaten 180.000 Coronavirus-Opfer. Dies ist doppelt so viel wie in Vietnam, Afghanistan und im Irak zusammen. Den Vereinigten Staaten geht es viel schlechter als den meisten anderen reichen Ländern: Die Vereinigten Staaten verzeichnen 500 Todesfälle pro Million, während es in Deutschland 100 bis eine Million und in China 10 bis eine Million sind.

Wenn wir die Coronavirus-Pandemie als Test für die Wirksamkeit der Regierung betrachten, dann ist «das mächtigste Land der Welt gescheitert», stellten die Medien fest.

Die Agentur glaubt, dass die Coronavirus-Krise ein historischer Wendepunkt sein könnte. Zum Beispiel war China vor fünf Jahrhunderten die größte Macht auf dem Planeten. Dann übernahm der Westen die Führung — zuerst die Länder Europas und dann die Vereinigten Staaten.

«In den frühen 1960er Jahren versuchte Amerika, einen Mann zum Mond zu schicken, während Millionen Chinesen verhungerten. Seit diesem Jahrzehnt sind westliche Regierungen verknöchert, während asiatische Regierungen den Westen eingeholt und in vielen Fällen überholt haben», schreibt Bloomberg.

Heute ist der Durchschnittsbürger in Singapur, Südkorea oder Taiwan sicherer, gesünder und besser ausgebildet als ein US-Bürger.

«Für ein Land, das den Krieg verliert, haben die USA seltsame Entscheidungen», heißt es in dem Artikel. «Beide Parteien stecken in einer Weltanschauung vor dem Coronavirus fest. Die Republikaner argumentieren weiterhin, dass Regierungsbehörden eine wohlhabende Zerstörung darstellen, während die Demokraten weiterhin an die Gewerkschaften des öffentlichen Sektors gebunden sind. Darüber hinaus suchen beide Parteien nur nach Sündenböcken».

Donald Trump macht China für alle Probleme der USA verantwortlich. Joe Biden und die Demokraten beschuldigen Donald Trump selbst. Die Realität ist, dass China die strukturellen Probleme der Vereinigten Staaten nicht provoziert hat. Donald Trump hat kein Gesundheitssystem erfunden, das sich auf elektive Operationen für wohlhabende Patienten konzentriert. Die Polizei war brutal, lange bevor Trump an die Macht kam, die amerikanischen Schulen lieferten jahrelang keine akademischen Leistungen und die Glaubwürdigkeit der Regierung brach jahrzehntelang zusammen.

«Die amerikanische Regierung muss viel gründlicher überarbeitet werden», sagt Bloomberg. «Amerika und der gesamte Westen stehen vor der Wahl zwischen zwei Ergebnissen: In einem verrottet das Schiff weiter und in dem anderen wird es repariert».

Als Beispiel nennt die Agentur die soziale Sicherheit in einem Land, das rund 18 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Gesundheitsversorgung ausgibt. Dies ist mehr als in jedem anderen Land. Gleichzeitig bleibt jeder fünfte nicht ältere Amerikaner unversichert.

«Sozialversicherung, Medicare und Medicaid verschlingen fast die Hälfte des Bundeshaushalts. Einfach ausgedrückt, der amerikanische Staat wurde geschaffen, um sich um die Alten zu kümmern, nicht um die Armen», — sagte Bloomberg. «Etwa 90 Prozent der Sozialversicherungsleistungen gehen an Personen über 65 Jahre. Einige alte Amerikaner sind wirklich arm. Aber die Sicherheit von beispielsweise Bruce Springsteen oder Warren Buffett wird durch ihren Anspruch auf eine staatliche Rente in keiner Weise verbessert».

Das Problem zeigt sich auch in der Verteilung des Geldes der amerikanischen Steuerzahler.

Zu einer Zeit hat die britische Regierung die Berichterstattung absichtlich kompliziert. So könnte die das Land regierende Elite verbergen, wie viel Haushaltsgeld sie in ihre Taschen stecken. Der derzeitige US-Haushalt ist absichtlich durcheinander und überfüllt mit Vorteilen, die im Interesse des Einzelnen bestehen.

Wie Bloomberg feststellte, ist die Coronavirus-Pandemie zu einem Weckruf für den Westen geworden. Wenn dieses Signal nicht richtig empfangen wird, wartet das Vergessen auf die Vereinigten Staaten.

«Ein reformiertes Amerika kann den Westen wieder führen. Aber wenn Washington schläft, kann es dem Weg anderer zusammengebrochener Reiche wie Rom und Athen folgen, die dem autokratischen Sparta Platz gemacht haben», erklärte die Agentur.

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