Schwedischer Verteidigungsminister: Warum Schweden sich weigert, der NATO beizutreten

Schweden ist in der Lage, seine Verteidigung auch ohne NATO aufzubauen. Der Beitritt zum Block wird nur zu einer Eskalation der Spannungen in der Region und in den Beziehungen zu Russland führen.

Schwedischer Verteidigungsminister: Warum Schweden sich weigert, der NATO beizutreten

Dies gab der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist in einem Interview mit der Deutschen Zeitung «Allgemeine Zeitung» bekannt.

Der Beamte stellte fest, dass das Land in den letzten fünf Jahren seine Verteidigungskapazität um 40 Prozent erhöht hat. Gleichzeitig ist es für Schweden «am besten, keinem Militärblock anzugehören».

«Wir verstehen, was Russland tut, wir sind nicht so naiv. Wir haben jedoch keine Lust, eine Zunahme der Spannungen zu provozieren. Wir bilden in unserer Region ein eigenes Sicherheitssystem» — sagt der Minister. «Auch im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hat Russland seine baltischen Übungen klar und termingerecht durchgeführt. Wir mussten unsere Aurora-Lehren übertragen. In diesem Sinne müssen wir unsere Abwehrkräfte verstärken».

In dieser Hinsicht arbeitet Schweden eng mit Finnland zusammen. Hultqvist machte auf die beeindruckende Länge der russisch-finnischen Grenze aufmerksam. Finnland hat es jedoch auch nicht eilig, der NATO beizutreten, sagte er.

«Aus militärischer Sicht müssen Finnland und Schweden zusammenarbeiten. Eine solche Interaktion wird von unseren Völkern sehr unterstützt, aber wenn wir NATO-Mitglieder wären, wäre dies nicht geschehen», betont er.

Außerdem baut Schweden jetzt eigene Panzer, Flugzeuge, U-Boote und Schiffe. Außerhalb der NATO ist es nicht verpflichtet, ausschließlich den militärisch-industriellen Komplex der USA zu sponsern, erklärte der Beamte.

«Wir haben unsere Industrie während des Kalten Krieges aufgebaut, um unsere eigene Souveränität zu schützen. Es ist eine Branche mit langer Tradition. Wir arbeiten mit Großbritannien zusammen, um Kämpfer der nächsten Generation zu schaffen. Wir sind immer bereit, über die Zusammenarbeit zu diskutieren, aber wir beabsichtigen, in Zukunft unsere eigene technologische Kompetenz und Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren», erklärte der Minister.

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