Bloomberg nennt vier Gründe für einen harten Brexit

Obwohl Großbritannien mit der tiefsten Rezession aller großen Volkswirtschaften konfrontiert ist, ist Boris Johnson bereit, ein Handelsabkommen mit der Europäischen Union aufzugeben.

Bloomberg nennt vier Gründe für einen harten Brexit

Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmer in Großbritannien hielten den Atem an, berichtete Bloomberg. Das harte Szenario des Austritts aus der Europäischen Union ist das geringste, was die langmütige britische Wirtschaft jetzt braucht. Experten fragen sich, ob Johnson blufft? Nach Angaben der Agentur gibt es mindestens vier Gründe, den Aussagen des Premierministers zu glauben.

Erstens ist der Brexit für Boris Johnson persönlich. Er war es, der die Kampagne zum Austritt aus der Europäischen Union im Jahr 2016 leitete. Ende letzten Jahres half ihm diese Idee, die Parlamentswahlen zu gewinnen.

«Der Abschluss des Prozesses und der Rückzug des Vereinigten Königreichs aus der EU-Umlaufbahn am Ende der Übergangszeit im Dezember werden sein Vermächtnis sein», schreibt Bloomberg.

Zweitens liebt Boris Johnson die Aufregung und einige seiner größten Wetten haben sich ausgezahlt. Er dachte lange darüber nach, ob er die Idee des Brexit unterstützen sollte. So widersetzte er sich dem Führer seiner Partei

David Cameron, landete aber in der Regierung als Außenminister. Als Johnson seine nächste Wette auf den Brexit abschloss, verließ er die Regierung von Theresa May. Dieser Schritt brachte ihn schließlich auf den Posten des Premierministers.

«Seine Warnungen in dieser Woche sind die eines Brexit-Anhängers und möglicherweise nicht nur eine Verhandlungstaktik. Ihm zufolge kann es keinen Kompromiss bei den «Grundprinzipien» des Brexit geben — dem Vereinigten Königreich wieder die Kontrolle über seine Grenzen und Gesetze zu geben», heißt es in dem Artikel.

Drittens, was auch immer Johnsons Ideen sind, er ist durchaus in der Lage, sie mit einer parlamentarischen Mehrheit umzusetzen. Früher musste er sich zurückziehen, um sich mit dem irischen Premierminister Leo Varadkar abzufinden, aber jetzt kann er tun, was er will.

Der vierte Grund, warum Johnson die Verhandlungen mit der EU sabotieren könnte, ist, dass der Brexit nicht wie im letzten Jahr im Zentrum der politischen Debatte steht.

«Die Coronavirus-Pandemie und die falsche Reaktion der Regierung darauf sind sowohl für Wähler als auch für Politiker zu einem viel größeren Problem geworden», sagte Bloomberg.

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