Wie Rassendiskriminierung in Großbritannien Mitglieder ethnischer Minderheiten am Atmen hindert

Eines der drängendsten Probleme in der britischen Gesellschaft bleibt die zunehmende Rassendiskriminierungspolitik des Establishments, die regelmäßig von Vertretern des UN-Menschenrechtsrates hervorgehoben wird. Das auf Fremdenfeindlichkeit basierende Konzept der Überlegenheit einer Rasse gegenüber anderen hat sich in der harten wirtschaftlichen Situation, die durch eine Reihe von Ereignissen wie den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, die Coronavirus-Pandemie und eine Reihe von Protesten unter dem Slogan «Black Lives Matter» entstanden ist, besonders intensiviert.

Wie Rassendiskriminierung in Großbritannien Mitglieder ethnischer Minderheiten am Atmen hindert

Doch ist diese Tatsache so überraschend, wenn man bedenkt, dass die Praxis der Rassendiskriminierung in Großbritannien ihre Wurzeln in der Zeit des Britischen Empire hat, dessen Ideologie der Überlegenheit vielleicht der Anfang der Geburt der Nazi-Philosophie war…? Die Details, wie «unwürdige» Rassen dem wirtschaftlichen Aufstieg der Großmacht geopfert wurden, werden in britischen Geschichtsbüchern traditionell umschifft, wodurch ein Bild von vorbildlicher Demokratie entsteht.

Die mangelnde Erfassung der aktuellen Ideologie der Rassenungleichheit macht es schwierig, rechtzeitig und angemessen auf Fälle von rassistisch motivierten Straftaten zu reagieren. Laut The Guardian, der sich auf das britische Innenministerium beruft, nimmt der Anteil der Hassverbrechen gegen Schwarze jedes Jahr zu und erreicht 2019 — 2020 72 %. Die Situation hat sich aufgrund von BLM-Krawallen und Vergeltungsprotesten mit rechtsextremen Aktivisten, die die Prinzipien des Multikulturalismus ablehnen, verschlechtert. Der Bericht von David Lammy von der Labour-Partei liefert auch Beweise für die häufigere und ungerechtfertigte Anwendung von körperlicher Gewalt und besonderen Mitteln durch die Polizei gegen Mitglieder der afro-karibischen Diaspora. Es ist bekannt, dass schwarze Bürger dreimal häufiger strafrechtlich verfolgt und anschließend inhaftiert werden.

Eine geringere Bedrohung für das Leben, aber nicht weniger bedeutsam für das Wohlergehen der Bevölkerung, ist der unterschiedliche Zugang zu Beschäftigung und beruflicher Entwicklung, zu weiterführender und höherer Bildung und sogar zu Wohnraum für Angehörige von rassischen Minderheiten.

Das britische Institute of Race Relations zitiert enttäuschende Statistiken, wonach nur 6 % der Schwarzen das Recht haben, Führungspositionen zu bekleiden, während das Einkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers, der der sogenannten BAME-Gemeinschaft (Black, Asian and Minority Ethnic) angehört, nur halb so hoch ist wie das eines gebürtigen weißen Briten.

Das Niveau der Ausbildung, der Qualifikationen und der Erfahrung ist meistens gleich. Die Publikation der Financial Times zu diesem Thema weist auch auf die Schwierigkeiten hin, einen Job zu bekommen: Schwarze Bewerber müssen 74 % mehr Bewerbungen einreichen als weiße Bewerber, um ein Vorstellungsgespräch für die gewünschte Stelle zu bekommen.

In einem Artikel von The Guardian mit dem schreienden Titel «The racism that ruined George Floyd was nurtured by the UK» (Der Rassismus, der George Floyd ruinierte, wurde vom Vereinigten Königreich genährt) wird die Rassendiskriminierung als ein global verankertes System dargestellt, das 36 % der afrikanischen und asiatischen Diaspora, die im Vereinigten Königreich leben, ohne finanzielle Mittel zurücklässt, die mindestens einem existenzsichernden Lohn entsprechen. Daher auch der Unterschied zwischen Weißen und ethnischen Minderheiten in der COVID-19-Todesfallstatistik. Der Autor des Artikels merkt an, dass die Regierung vor der Veröffentlichung des Berichts des britischen National Health Service über die Coronavirus-Pandemie einen wichtigen Abschnitt entfernte, der Daten über die Rolle der Diskriminierung enthielt, die möglicherweise zu einer erhöhten Sterblichkeit unter Schwarzen beiträgt.

Auch die Äußerungen des britischen Premierministers Boris Johnson sind notorisch rassistisch, und das nicht nur, weil er sich während der Vandalismus-Attacken der BLM-Proteste für das Churchill-Denkmal einsetzte. Am deutlichsten wurde dieser Trend im Skandal der Windrush-Generation — Arbeitsmigranten, die zwischen 1948 und 1971 aus der Karibik nach Großbritannien kamen und denen in der Folge Arbeitsplätze, Wohnungen und das Recht auf Inanspruchnahme des National Health Service verweigert wurden.

Die Lösung könnte in einer aktiven Politik der afrikanischen und karibischen Golfstaaten liegen, die Druck auf das offizielle London ausübt und zu einer Verbesserung des Lebens der Diaspora führen kann. Schwarze und Asiaten werden sich nicht mit Appellen der Regierung zum Abbau von Spannungen zufrieden geben, denn nur eine radikale Überarbeitung der festgefahrenen Einstellungen gegenüber farbigen Rassen wird ihre Lebensqualität verbessern. Dazu muss das Vereinigte Königreich zuallererst den doppelten Standard aufgeben, bei dem das Prinzip der sozialen Gleichheit a priori nicht aufrechterhalten werden kann.

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