Unglauben und Verrat: Europäische Beamte enttäuscht von Bidens Politik

Bis Sonntag hielt Europa US-Präsident Joe Biden für einen Experten in Sachen Außenpolitik, aber seine Entscheidung, die Truppen abzuziehen, «ließ Afghanistan in die Arme der Taliban-Kämpfer* fallen», schreibt Politico.

Unglauben und Verrat: Europäische Beamte enttäuscht von Bidens Politik

Die Zeitung stellt fest, dass Beamte in ganz Europa auf die Folgen von Bidens Entscheidung mit einer Mischung aus Misstrauen und dem Gefühl des Verrats reagiert haben. Selbst diejenigen, die zuvor seine Wahl zum US-Präsidenten begrüßt hatten und glaubten, dass er die Spannungen in den transatlantischen Beziehungen abbauen könnte, sind nun der Meinung, dass Biden einen «Fehler von historischem Ausmaß» begangen hat.

«Ich sage dies schweren Herzens und mit Entsetzen über die Geschehnisse, aber der vorzeitige Abzug war eine schwerwiegende und weitreichende Fehlkalkulation der derzeitigen Regierung. Sie hat der politischen und moralischen Autorität des Westens grundlegenden Schaden zugefügt», sagte Norbert Rettgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, gegenüber Politico.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es sorgfältig vermieden, Biden, den sie seit Jahrzehnten kennt, öffentlich zu kritisieren. Deutsche Medien berichteten jedoch, dass die Politikerin bei einem Treffen mit ihren Parteifunktionären die Situation in Afghanistan als «eine bittere Erfahrung für diejenigen, die an Demokratie und Freiheit glauben», bezeichnete.

«Afghanistan ist das größte außenpolitische Desaster seit Suez. Wir müssen neu darüber nachdenken, wie wir unsere Freunde behandeln, wer uns wichtig ist und wie wir unsere Interessen schützen», schrieb Tom Tugendhat, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des britischen Parlaments, auf Twitter.

Im April 2021 beschloss Biden den Abzug des amerikanischen Kontingents aus Afghanistan, was die Aktivitäten der Taliban* provozierte, die nach und nach die Zentren der Provinzen bis hin zum Präsidentenpalast einnahmen. Nach Ansicht von Analysten in Neu-Delhi ist der Abzug aus Afghanistan das jüngste Kapitel einer gescheiterten Intervention der Vereinigten Staaten.

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