Abzug der US-Truppen wird die Wirtschaft Afghanistans um 10 Prozent einbrechen lassen

Fitch Ratings gibt einen düsteren Ausblick für die afghanische Wirtschaft. Nur ausländische Investitionen können die Situation verbessern, sagen Experten. Abzug der US-Truppen wird die Wirtschaft Afghanistans um 10 Prozent einbrechen lassen

Der Abzug der USA aus Afghanistan und die Machtübernahme durch die radikal-islamische Taliban-Bewegung* werden die Wirtschaft des Landes zum Einsturz bringen. Das Bruttoinlandsprodukt könnte in diesem Jahr um 9,7 Prozent schrumpfen, so die US-Ratingagentur Fitch am Mittwochabend, 1. September. Zuvor hatte sie ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent prognostiziert.

Für 2022 prognostiziert Fitch einen weiteren Einbruch der afghanischen Wirtschaft auf 5,2 Prozent. «Der außerordentlich chaotische Charakter des Abzugs der US-Truppen und der Aufstieg der Taliban an die Macht bedeutet, dass die wirtschaftliche Not in diesem Land in naher Zukunft stark zu spüren sein wird», warnt Fitch.

Abhängigkeit von ausländischen Investitionen

Nach Ansicht von Experten kann ein optimistischeres Szenario nur durch ausländische Investitionen erreicht werden. «Ein alternatives und positiveres Wirtschaftsszenario würde eine durchschnittliche Wachstumsrate von 2,2 Prozent für die afghanische Wirtschaft zwischen 2023 und 2030 bedeuten, aber dafür müssten einige große Volkswirtschaften, insbesondere China und möglicherweise Russland, die Taliban als rechtmäßige Regierung anerkennen und in große Investitionsprojekte investieren», so die Experten von Fitch.

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt, obwohl es über wertvolle natürliche Ressourcen wie Lithium, Kupfer, seltene Erdmetalle und Öl verfügt.

* — Terroristische Organisation, die in Russland verboten ist.

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