Eine Million vermisst: Wie der Protest in Katalonien erstickt wurde

Am Nationalfeiertag Kataloniens gingen rund 600 000 Menschen in Barcelona auf die Straße, um die Unabhängigkeitsbewegung der Region zu unterstützen — eine Demonstration, die die niedrigste Beteiligung seit sieben Jahren verzeichnete. In wenigen Wochen wird ein spanisches Gericht die Führer der katalanischen Separatistenbewegung verurteilen.

Eine Million vermisst: Wie der Protest in Katalonien erstickt wurde

Am 11. September wurde in Barcelona der katalanische Nationalfeiertag, die Diada, begangen. Mehr als eine halbe Million Menschen gingen auf die Straße, um die Autonomie zu feiern und die Freilassung der Organisatoren des 2017 gescheiterten Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien zu fordern.

Die Diada erinnert an das Ende der Belagerung Barcelonas im Jahr 1714, bei der die spanische Regierung der Region ihre Autonomie entzog, die katalanische Verfassung abschaffte und den Gebrauch der katalanischen Sprache in der Büroarbeit verbot. Seit 2012 findet der Marsch für die Unabhängigkeit Kataloniens jedes Jahr statt und hat sich zu einem Indikator für das Ausmaß der separatistischen Stimmung in der Gesellschaft entwickelt.

Vor sieben Jahren nahmen 1,5 Millionen Menschen an der Diada teil, zwei Jahre später waren es rund 1,8 Millionen. 2018 gingen rund eine Million Menschen auf die Straße. In diesem Jahr ist ihre Zahl um fast die Hälfte auf 600.000 Menschen gesunken. Dies ist die niedrigste Zahl seit sieben Jahren. Die Feierlichkeiten fanden jedoch Wochen vor der Verurteilung der 12 Organisatoren des Unabhängigkeitsreferendums in der Region statt.

Die Ergebnisse dieser Abstimmung waren uneinheitlich: 90,18 Prozent sprachen sich für die Trennung aus, aber die Wahlbeteiligung lag nur bei 43,03 Prozent. Die spanischen Behörden erkannten das Ergebnis nicht an und verhängten eine direkte Herrschaft in der Region, indem sie die lokalen Führer verhafteten.

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